Die European Space Agency (ESA) möchte mehr Unabhängigkeit bei Weltraummissionen aufbauen und setzt dabei auch auf Hochtechnologie der Textilwirtschaft. Am 22. September 2026 trafen sich auf Einladung des Wirtschaftsministeriums NRW Experten und Expertinnen der Textil- und Bekleidungswirtschaft mit ESA-Astronaut Dr. Matthias Maurer und Wirtschaftsstaatssekretär Paul Frederik Höller in der Textilakademie NRW.
Gesprächsschwerpunkte waren die Entwicklungen eines neuartigen und europäischen Raumanzuges sowie von Infrastrukturen für Mondmissionen, beispielsweise die Bewehrung von Landeplätzen. Dr. F.-Hans Grandin (Präsident des Verbandes der Nordwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie / CEO HUESKER) betonte, dass die Branche mit ihren hochtechnologischen Anwendungen nahezu prädestiniert sei, hier wertvolle Entwicklungen beizusteuern. Allerdings müsse sich dies auch wirtschaftlich rechnen. Dr. Uwe Kirchhoff (Geschäftsführer des Verbandes der Rheinischen Textil- und Bekleidungsindustrie) ist überzeugt, dass gerade die Vielfalt und die Spezialisierung der Textilunternehmen hier von Vorteil ist. Dadurch könnten die Unternehmen ein großes Spektrum der benötigten Anwendungen entwickeln.
Zusammen mit den Expertinnen und Experten aus den Unternehmen sollen zeitnah Konsortien für die jeweiligen Projektierungen gebildet werden. Nicht nur der Zeitplan der ESA ist ambitioniert, sondern auch die technologischen Anforderungen. Detlef Braun (ZiTex NRW / Textilakademie NRW) zeigt sich optimistisch, die textile Raumfahrt biete große Chancen gerade für den Technologietransfer in Produkte für breitere Märkte. Die teilnehmenden Unternehmen hätten dies erkannt und würden die Herausforderungen annehmen.


