Crash Kurs NRW zu Gast in der Textilakademie

Die stellvertretende Schulleiterin Anke Hollkott begrüßt die Schülerinnen und Schüler.
Durchgeführt wird der Crash Kurs von der Polizei Mönchengladbach sowie von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der örtlichen Feuerwehr und der Notfallseelsorge. Rund einmal pro Woche führt das Mönchengladbacher Crash Kurs Team das Präventionsprogramm an Schulen in ganz Mönchengladbach durch. „Aufgrund von Corona mussten für den November und Dezember leider rund sechs Veranstaltungen abgesagt werden“, erklärte Polizist Stefan Huppertz. Unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsvorschriften konnte der Kurs diese Woche jedoch an der Textilakademie NRW stattfinden.
Ganz dem Motto: „Realität erfahren. Echt hart!“ wird den Jugendlichen aufgezeigt, welche Ursachen und Folgen Verkehrsunfälle für alle Beteiligten haben. Die Emotionen stehen hierbei bewusst im Vordergrund. Das Präventionsprogramm hat das Ziel, die Zahl der Verkehrsunfälle vor allem mit Beteiligung junger Erwachsener nachhaltig zu senken.
Die beiden Polizisten Harald Pitzen und Stefan Huppertz präsentierten den Schülerinnen und Schülern die häufigsten Gründe von Verkehrsunfällen. Zahlen und Fakten wurden begleitet von eindringlichen Bildern und Berichten durch die Feuerwehr, den Notarzt, der Notfallseelsorge und Unfallopfern.
Die rund 50 Auszubildenden, deren Teilnahme freiwillig war, waren sichtlich betroffen. Die Schülerinnen und Schüler konnten jederzeit den Raum verlassen und mit Hilfe der anwesenden Notfallseelsorgerinnen ihre Eindrücke verarbeiten.
Der besonders eindringliche Bericht eines Unfallopfers musste dieses Mal Corona-bedingt über ein Video Interview erfolgen. „Spätestens wenn die Person, die einen Unfall überlebt hat, körperlich gezeichnet, auf die Bühne kommt und von dem lebensverändernden Ereignis berichtet, macht es Klick bei den Schülern.“ erzählte Huppertz.

Dass dieses Mal kein Unfallopfer persönlich im Raum war, schwächte die Wirkung jedoch keinesfalls ab. Während und auch nach der Veranstaltung herrschte absolute Stille. Huppertz erklärte: „Gerade diese Stille zeigt mir, dass wir die Schüler erreichen und zum Nachdenken anregen.“.
Die stellvertretende Schulleiterin Anke Hollkott erklärte: „Wir nehmen bei jeder Crash Kurs Veranstaltung wahr, wie betroffen die Schülerinnen und Schüler während und nach der Veranstaltung sind. Diese Betroffenheit wird uns Lehrerinnen und Lehrern in den Nachbesprechungen von den Auszubildenen immer wieder gespiegelt.“
Die Schülerinnen und Schüler der Textilakademie nutzten die darauffolgenden Unterrichtsstunden, um ihre Eindrücke aus dem Crash Kurs mit den Klassenlehrerinnen sowie im Religionsunterricht aufzuarbeiten. Hollkott betonte, wie wichtig eine zeitnahe und intensive Nachbereitung des Crash Kurses sei. „Die Auszubildenen brauchen einerseits Raum, um ihre persönlichen Emotionen zu artikulieren und andererseits die Möglichkeit und Zeit, eigenes Handeln zu reflektieren und Handlungsoptionen einzuüben.“
Im nächsten Jahr wird für einige Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe ein weiterer Crash-Kurs an der Textilakademie angeboten. Für den Schulleiter Thomas Döring sowie für Frau Hollkott ist die Durchführung des Präventionsprogramms von großer Wichtigkeit.
Döring erklärte, dass viele Auszubildende weite Strecken mit dem PKW auf sich nehmen, um an der Textilakademie unterrichtet zu werden. Nicht selten seien die Autos mit drei oder mehr Insassen besetzt. „Zwangsläufig entsteht hier ein Potential an Ablenkung oder Ermüdung des Fahrers oder der Fahrerin.“, so Döring. „Ein Großteil unserer Auszubildenden gehört genau der Gruppe von jungen Fahrerinnen und Fahrern im Alter von 18 bis 24 Jahren an, die überproportional an vielen schweren Unfällen beteiligt sind. Wenn sich nur ein Unfall vermeiden lässt, ist allen geholfen und jede Crash Kurs Veranstaltung absolut sinnvoll.“, betonte Hollkott.

V.l.n.r. Notfallseelsorger Hr. Krinke-Heidenfels, PHK Hr. Pitzen, Notfallarzt Hr. Auler, Oberbrandmeisterin Fr. Wulf, PHK Hr. Huppertz, Fr. Eltrin und Fr. Gada-Schule von der Notfallseelsorge.

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